Sonntag, 27. Juli 2008

zurueck

Bin wieder zurueck in Ulaanbaatar. Die Reise mit meinen zwei Schwestern und zwei Freundinnen war wunderschoen.
Bin schon etwas wehmuetig, weil ich die Mongolei und die ganzen lieben Menschen bald verlassen muss, obwohl ich mich gleichzeitig auf Daheim freue. Kann sein, dass ich euch von meinen letzten zwei Reisen erst persoenlich berichten werde, da ich zur Zeit nicht die Ruhe fuer einen laengeren Blogeintrag habe. Mal sehen.

Sonntag, 6. Juli 2008

Bericht (Teil 2)

Meine Schwestern sind gut in Ulaanbaatar angekommen und die Reunion hat schon stattgefunden. Schoen sie hier zu haben. Jetzt haben sie sich aber doch noch mal kurz niedergelegt und ich nutze die Zeit im Internet. Mein USB Stick scheint mal wieder den Geist aufgegeben zu haben, also wird der Text etwas kuerzer ausfallen.

Letztes Mal bin ich bei der Nacht im Nomadenger stehen geblieben. Am naechsten Tag statteten wir der Familie noch einen Besuch ab und bekamen allerlei Milchprodukte zu kosten. Airag (vergorene Stutenmilch) ist ja nicht so meines, aber die fette Milchhaut schmeckte mir ganz gut. Zu bloed dass der Familienvater nicht da war und wir unsere Flasche Wodka wieder mitnehmen mussten.
Anschliessend drehten wir noch eine Runde auf den Pferden. Mein Pferd war etwas faul und wollte nicht schneller gehen als unbedingt notwendig, aber wahrscheinlich haben sie der Auslaenderin auch das ruhigste Pferd gegeben. Trotzdem hab ich es genossen und Lust auf mehr bekommen (bald, bald auf unserer naechsten Reise).

Danach ging es weiter ueber die gruene huegelige Landschaft. Ploetzlich fuhren wir ueber eine bunte Blumenwiese. So etwas hab ich in der Mongolei noch nicht gesehen.
Unterwegs borgten wir einem mongolischen Paar, das eine Reifenpanne hatte bis zum naechsten Dorf unser Ersatzrad und bekamen dafuer eine Palette Fantaflaschen geschenkt.
Wir erreichten Tsetserleg (auf Deutsch Garten), wo wir das Klostermuseum besichtigten. Wie man auf dem Foto sieht, begann es hier auch wieder zu regnen.

Hier mussten wir auch fuer unsere zwei Tage am See einkaufen gehen. Da Sonntag war, gab es zu meinem Unglueck kein anderes Fleisch als Hammelfleisch zu kaufen. Noch dazu fand der Verkauf an einer schmutzigen Strassenecke statt, wo Voegel und Hunde auch versuchten, ein bisschen Fleisch zu ergattern. Mein Kollege redete mir ein, dass wir es kaufen muessten, um dem Fahrer (und ihm wahrscheinlich auch) die Fleischspeisen zu sichern. Darueber war ich gar nicht gluecklich und wollte schon in Hungerstreik treten. Am Abend ueberredete mich meine Gastschwester aber dann doch ein bisschen Suppe zu essen, weil ich schliesslich was Warmes zum Essen brauche, wenn ich mich im Freien aufhalte.

Ueber Strassen wie diese fuhren wir weiter zum Grossen Weissen See.


Und kamen dabei an dieser Schlucht vorbei:


Und hier ist er schliesslich:


Wir suchten uns eine einsame Stelle, wo wir unser Zelt aufstellten. Wir wurden von einem grossen Schwarm Muecken empfangen, die uns zum Glueck aber nicht stochen. Am Abend versuchten sich meine Gastschwester und ihr Freund im Angeln. Ich haette nie gedacht, dass ich das als Vegetarierin mal sagen wuerde, aber ich freute mich, als ich ploetzlich vom Ufer einen Schrei hoerte und sah, dass meine Gastschwester einen grossen Fisch gefangen hatte. So bewahrte sie mich vor einer weiteren Hammelmahlzeit.

Am naechsten Tag besichtigten wir den Krater dieses erloschenen Vulkans:


Unter anderem erzaehlte uns eine Mongolin die Geschichte von der Hoehle des gelben Hundes, die ich mir dann uebrigens am naechsten Tag anschaute.
Obwohl die Sonne schien, war es nicht unbedingt sehr warm. Meine Gastschwester und ich wollten aber trotzdem nicht die Gelegenheit versaeumen, in den See zu springen. Das Wasser war eisig, aber dafuer sehr erfrischend und sauber waren wir auch wieder.
Am Abend wurde dann der Fisch gebraten, der mir in meinem nicht mehr ganz nuechternen Zustand sehr gut schmeckte.

Am Tag darauf mussten wir dann schon die Rueckreise antreten. Als uns Ulaanbaatar mit schlechter Luft und Autochaos empfing, wollte ich am liebsten wieder umdrehen.
Aber morgen werden die Stadt ja wieder verlassen. Und zwar geht's mit dem Zug in den Sueden nach Sainshand und zum angeblichen Energiezentrum der Welt.

letzte Woche

Ist ja wieder einiges passiert letzte Woche. Ab Dienstag hab ich an der "Sakyaditha International Conference on Buddhist Women" teilgenommen. Sehr interessant und inspirierend so viele buddhistische Frauen aus 30 Laendern und den verschiedensten Traditionen zu sehen. Kurze Zeit nach der Eroeffnungsveranstaltung im Kulturpalast, fand dann als Konstrastprogramm eine Demonstration statt und das Nebengebaeude wurde niedergebrannt (Ihr habt wahrscheinlich davon in den Medien gehoert). Am Abend bin ich noch daneben am Sukhbaatar Platz vorbeigegangen und hab die Rauchwolke gesehen und Schuesse gehoert. Dann haben wir uns gewundert, warum uns der Kellner schon vor 22 Uhr dazu bewegt hat, das Lokal zu verlassen. Wenig spaeter wurde ja der Ausnahmezustand und die Ausgangssperre (22 bis 8 Uhr) verhaengt. Das wusste ich aber nicht, als ich am naechsten Tag um halb 8 Uhr das Haus verliess, um zum Bus zu gehen, der uns zur Konferenz ausserhalb der Stadt bringen sollte. Es hat mich zum Glueck auch niemand gefragt, was ich auf der Strasse mache. Es war viel ruhiger als sonst, aber man konnte noch die Spuren der Verwuestung (ausgebranntes Auto, Scherben und Blutflecken) sehen.
Ich denk mir, dass es in den Medien schlimmer dargestellt wurde. Aeusserlich scheint sich die Lage beruhigt zu haben, aber keine Ahnung, was weiter passieren wird.
Auf jeden Fall hab ich vorher noch nie eine Ausgangssperre erlebt. Alkohol wurde auch nicht ausgeschenkt. Mit dem heutigen Tag ist aber, glaub ich, wieder alles aufgehoben.

Kaum zu glauben, dass morgen meine Schwestern in die Mongolei kommen. Darauf freu ich mich schon sehr. Dafuer musste ich mich vorgestern von meiner Gastschwester verabschieden, die sich mit dem Zug in Richtung Europa aufgemacht hat. Das war schon traurig, aber ich hoffe, wir sehen uns noch im Sommer in Wien. Das ist der Nachteil, wenn man sich so lange in einem anderen Land aufhaelt. Man lernt viele liebe Menschen kennen, von denen man sich dann auf ungewisse Zeit verabschieden muss.

Sonntag, 29. Juni 2008

bericht

Hier kommt nun der erste Bericht von meiner kleinen Reise. Abgesehen von meinem Kollegen als Reisefuehrer und dem Fahrer sind auch noch meine Gastschwester und ihr Freund mitgefahren, was mich sehr gefreut hat.

Über eine Erdstraße quer durch die Landschaft ging es los Richtung Westen zu unserer ersten Station, dem Khustai Nationalpark. Ich bewunderte den Fahrer, dass er immer den richtigen Weg finden konnte. Anscheinend orientierte er sich an den umliegenden Bergen. Wir hatten Glueck und mussten gar nicht weit in den Park hineinfahren, um eine Herde Wildpferde (oder Przewalski Pferde) zu sehen. Bisher kannte ich die ja nur aus dem Tiergarten.




Hier fing auch der Regen an, der die Erdstraßen in Gatschstraßen mit kleinen Seen dazwischen verwandelte. Ohne Allradantrieb kommt man da, glaub ich, nicht weit. Die Landschaft wurde dafuer immer gruener (ich hatte mich schon so nach diesem Gruen gesehnt). Dann aenderte sich die Landschaft und wir bekamen sogar ein paar kleine Sandduenen zu sehen. Endlich bekam ich auch mal einen Eindruck von der Weite der mongolischen Landschaft. Nach der Besichtigung der Reste eines Klosters ging es weiter nach Kharkhorin.






Weil es regnete, übernachteten wir in einem Jurtencamp in der Nähe von Erdene Zuu (und nicht im Zelt). Ein mongolischer Musiker lud uns dort zu seinem Konzert in die Nachbarjurte, wo er uns vier verschiedene Instrumente und vier Arten von Kehlkopfgesang vorführte. Ich mag die Pferdekopfgeige. War natürlich nicht gratis für mich. Wie immer floss auch der Wodka.

Nachdem am naechsten Tag fuer die Maenner noch Nudelsuppe mit Fleisch gekocht wurde (es musste ja ein richtiges Essen her), besichtigten wir Erdene Zuu. Wir hatten Glueck und es schien wieder die Sonne.



Im tibetischen Tempel mussten die jungen Moenche gerade ihre Gebete rezitieren. Sie durften sich dabei von den Touristen nicht stoeren lassen.

Dann ging es weiter Richtung Westen zu unserem naechsten Ziel, einer heißen Quelle. Die Landschaft wurde noch gruener und es fing wieder zu regnen an. Pferdeherden auf saftig gruenen Wiesen neben kleinen Fluessen – einmalige Bilder, die ich leider nur in meinem Kopf gespeichert habe. Da die Touristencamps bei der heißen Quelle zu teuer waren, fragte mein Kollege bei einer Nomadenfamilie nach, die auch eine Jurte zu vermieten hatten. Das war mal etwas anderes. Ich konnte frisches Yakjoghurt und Stutenmilch kosten und beim Melken der Stuten zusehen.


Ich haette mir nicht gedacht, dass ich mal einen „Mongolian Spa“ besuchen wuerde. Meine Gastschwester und ich hatten den Frauenbereich fuer uns und konnten uns im heißen Becken ausbreiten. Auf so einer Reise kommt einem das wie Luxus vor. Es fehlte nur der Ruheraum, denn nachher waren wir ziemlich erschoepft. Aber wir mussten zurueck zu unserer Jurte, einheizen und Abendessen kochen. Es ist lustig, wenn man beim Einschlafen die Geraeusche der Tiere hoert, die draussen herumlaufen.Ich kann jetzt jedenfalls verstehen, wieso so viele Westler romantische Vorstellungen vom Leben in der Mongolei haben. Ist mir ploetzlich auch so gegangen, dass ich mich schon als Nomadin in einer Jurte leben gesehen hab. Aber vegetarische Nomaden, die Europaerinnen heiraten gibt’s wohl nicht und deshalb werde ich diesen Traum wohl wieder aufgeben :-)

Fortsetzung folgt

Donnerstag, 19. Juni 2008

kleine Reise

Ich bin jetzt eine Woche weg, auf dem Land Richtung Westen. Bin schon sehr gespannt. Mehr dazu, wenn ich wieder zurueck bin. So, muss jetzt einpacken gehen.

Dienstag, 10. Juni 2008

Schon wieder eine Woche vergangen. Nach dem wir jetzt ein paar Tage geschwitzt haben, hat es heute mal ordentlich geregnet. Es ist ein schönes Gefühl, in der Früh vom Regengeraeusch geweckt zu werden. Das hab ich schon lang nicht mehr erlebt. Vielleicht wird jetzt die Landschaft auch noch eine Spur gruener.

Letzte Woche waren Melitta, Greg und ich bei der Mongolian Women Farmers' Association in Bayankhoshuu im Westen von Ulaanbaatar. Dort bauen die Frauen Bio Gemuese an. Bis zur Ernte wird es noch ein bisschen dauern, aber es ist auf jeden Fall eine sehr gute Sache.

Am Wochenende hab ich mit einer Kollegin und vielen anderen MongolInnen einen Ausflug nach Terlej gemacht, wo wir alle zusammen in einer grossen Jurte geschlafen haben. Wir sind erst am Abend hingekommen.


Abendstimmung. Man sieht gruene Baeume entlang des Flusses und auch am Boden schon einen gruenen Schimmer. Die Landschaft hat sich seit April schon sehr veraendert.

Als wir bei der Jurte ankamen, mussten wir noch Holz sammeln. Ein paar haben Wasser aus dem Fluss geholt und andere haben zu kochen angefangen. Dadurch ist es in der Jurte sehr gemuetlich geworden. Nach der Suppe wurde getrunken und gesungen. Ich haette vor meiner Reise in die Mongolei echt noch meine Kenntnisse der oesterreichischen (Volks)lieder auffrischen sollen. So kann ich halt nur mit ganz kurzen Lieder dienen, aber die tun’s auch. Etwas spaeter machten wir draussen noch ein Lagerfeuer. In der Nacht wird’s ja immer frisch.
Am naechsten Tag war es dann so heiss, dass aus unserer geplanten Wanderung nichts geworden ist und wir uns lieber im Schatten aufgehalten haben. Ausserdem war ich von der Nacht noch etwas bedient. Mit der fetten Hammelsuppe, die sie am Nachmittag gekocht haben, hab ich mir ein bisschen schwer getan. Die fetten Stuecke hat der Hund bekommen, der sich aus diesem Grund auch geduldig vor unserer Jurte aufgehalten hat.
An unserer Jurte sind auch immer wieder Kuehe, Yaks vorbeigekommen.



Es war so schoen, mal wieder einen ganzen Tag im Freien in der Natur zu sein. Weg vom ganzen Verkehr und der schlechten Luft. Ich kann gar nicht verstehen, dass viele StadtmongolInnen nicht mehr Beduerfnis haben, aufs Land zu fahren. Aber es ist halt komfortabler in der Stadt. Ein paar Studentinnen haben schon zu mir gemeint, dass es fuer mich schrecklich sein wuerde am Land, ohne Dusche und Klo. Vielleicht ist es schwer vorstellbar, dass Westler genau deshalb in die Mongolei kommen, um das zu erleben. Schwerer tu ich mir, glaub ich, mit dem Essen. Man muss halt auch seine Vorstellungen von Sauberkeit beiseite lassen. Wenn ich mir denke, wie heikel ich da frueher war. Da haette ich sicher nicht Milchtee aus einer Tasse getrunken, aus der gerade noch jemand seine Hammelsuppe gegessen hat (ohne Abwaschen mein ich). Bin schon neugierig, was uns da bei unserer Reise aufs Land erwartet. Aber da mein Koerper bist jetzt alles brav mitgemacht hat, kann sich wohl auch mein Geist damit abfinden.

Dienstag, 3. Juni 2008

Gestern hab ich Gesellschaft aus Oesterreich bekommen! Wir waren gleich in einem neuen vegetarischen (!) Restaurant (Luna Blanca, um ein bisschen Werbung zu machen), dessen MitarbeiterInnen sich doch tatsaechlich alle vegetarisch ernaehren. Zur Mittagszeit ist das Restaurant sogar richtig voll geworden. Im Gegensatz zu manch anderem vegetarischen Essen, das ich hier schon probiert habe und das nicht gerade zur vegetarischen Lebensweise angeregt hat, hat mir das Essen hier sehr gut geschmeckt. Dass sie so viel Fleischersatz verwenden (Sojafleisch, also z.B. vegetarisches Hendl etc) find ich zwar nicht unbedingt notwendig, aber vielleicht koennen sich Menschen, die so ans Fleischessen gewoehnt sind, auf diese Weise besser umstellen. Vor allem kann man dann auch mongolische Gerichte kochen. Jetzt hab ich zum Glueck jemanden, mit der ich mich durch alle vegetarischen Gerichte, die Ulaanbaatar zu bieten hat, durchessen kann. Und die Warnung meiner Gastfamilie, dass ich kein chinesisches Obst und Gemuese kaufen soll, weil da auch irgendwie der Virus drauf sein koennte, werde ich jetzt, glaub ich, auch ignorieren und mir wieder selbst was kochen. Obwohl mir die chinesischen Produkte auch ohne Virus nicht ganz geheuer ist. Freu mich schon, wenn es dann mongolisches Gemuese (ausser Erdaepfel und Karotten, in die sie angeblich auch immer chinesische hineinschummeln) gibt.

Heute waren wir in einem indischen Lokal. Sehr lecker!
So das waren meine kulinarischen Erlebnisse.

vom 30.5.08

Das Internet Center bei uns in der Naehe ist so langsam, dass ich meinen Aufenthalt dort aufs Allernoetigste beschraenkt habe. Zum Glueck haben die schnelleren jetzt wieder aufgemacht. Man darf halt meist erst ab 16 Jahren rein, damit sich Kinder über Tastatur und Maus nicht mit dem Virus anstecken können (oder so ähnlich).

Viel Neues gibt es aber sowieso nicht zu berichten.

Meine Arbeit auf der Uni hab ich abgeschlossen. Ich hab zum ersten Mal Leute durchfallen lassen, aber wenn sie nicht zur Pruefung erscheinen und sich nicht bei mir melden, sondern einfach verschwinden, kann ich ihnen auch keine positive Note geben. Sie duerfen dann eh alle im Herbst noch mal zur Pruefung antreten.

Diese Woche ist mal wieder der Winter zurueckgekehrt. Am Sonntag haben wir bei sommerlichen Temperaturen geschwitzt, am Montag hat es geschneit. Am Mittwoch war fuer kurze Zeit wieder alles weiss. Ich hoff, mit dem Schnee ist jetzt bald Schluss.

Ueber die Behoerden muss ich mich auch mal wieder aergern. Es haette mich ja sehr gewundert, wenn ich auf der Meldestelle mal etwas gleich beim ersten Mal erledigen haette koennen. Ich wollte dort ein Formular fuer das Einladungsschreiben fuer meine Schwestern abholen. Der freundliche Herr informierte uns nur, dass es das gerade nicht gibt, weil es erneuert wird, und dass wir bei einer Nummer anrufen sollen, um zu erfahren, wann es fertig ist. Ueber eine andere Quelle haben wir jetzt erfahren, dass es die Formulare erst ab Mitte Juni wieder geben wird. Das wird aber ein bisschen knapp. Hoffentlich ergibt sich noch ein anderer Weg.

Fuer mich ist es ja ungewohnt, dass EuropaerInnen die Einreise so schwer gemacht wird. Aber jemand hat mir das so erklaert: Die deutsche Botschaft in der Mongolei und die oesterreichische in Peking sind so streng mit den Visa, also darf es die Mongolei den AuslaenderInnen auch nicht leicht machen. Ist ja irgendwie einleuchtend. Trotzdem ist diese Willkuer und dieses Ausgeliefertsein aergerlich.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Aussicht


Wie versprochen, kommt hier noch ein Foto. Leider wird es der Aussicht ueberhaupt nicht gerecht. Die Berge im Hintergrund sieht man gar nicht richtig.

Heute ist uebrigens mein letzter Unterrichtstag. Bin ja neugierig, wie viele StudentInnen kommen werden. Die Zeit ist jetzt doch ziemlich schnell vergangen. Ich freu mich, dass die ganzen administrativen Schwierigkeiten bald vorbei sind, aber das Unterrichten selbst wird mir schon ein bisschen fehlen. Na ja, in Oesterreich kann ich mir dann einen Job in diesem Bereich suchen und eine Gruppe hochmotivierter Erwachsener unterrichten :-). Ein bisschen traeumen darf ich ja. Aufs Uebersetzten freu ich mich auch schon. Hab meine zwei Fremdsprachen hier ziemlich vernachlaessigt. Auf meinen Besuch freu ich mich auch schon sehr. Dann kann ich endlich wieder meine eigene Sprache sprechen und muss mich nicht mehr bemuehen, schoenes Hochdeutsch zu sprechen. Da merkt man wieder, wie wichtig die Sprache fuer den Menschen ist.
Und ausserdem geht's dann endlich ans Reisen. Juhu!

Sonntag, 18. Mai 2008

:-)

Heute hab ich mit ein paar Leuten einen Ausflug zu einem Kloster (Manzushir oder so) gemacht, das allerdings groesstenteils zerstoert wurde und nur mehr ein Museum ist. Die Fahrt dorthin war sehr schoen, auch wenn die Landschaft noch immer nicht wirklich gruen ist. Dort sind wir dann auf einen felsigen Huegel (siehe unten) gekraxelt. Ich hab es genossen, mich mal wieder an frischer Luft zu bewegen.

Das Foto von der Aussicht folgt spaeter.

vom Freitag

Hab meinen Blog schon etwas vernachlaessigt in letzter Zeit. Liegt vielleicht auch daran, dass sich meine Wohnsituation vor einer Woche total geaendert hat, dass es am Ende des Semesters Stress wegen der Noten gibt (haette ja nicht gedacht, dass mich das als Praktikantin auch betreffen wird) und dass die grossen Internetcenter aufgrund des Virus, der hier gerade umgeht und vor allem Kinder angreift, geschlossen haben. Ich hab jetzt aber ein kleines gefunden, das trotzdem offen hat. Leider ist das Internet hier sehr langsam.

Meine Gastfamilie ist innerhalb kuerzester Zeit umgezogen. Ich hatte schon befuerchtet, dass ich mir eine neue Bleibe suchen muss, aber sie haben mich netterweise einfach mituebersiedelt. Wir wohnen jetzt in einer Wohnung viel naeher am Stadtzentrum. Ich hab mich seit ueber einer Woche nicht mehr in den Bus quetschen muessen :-) und brauche nur ungefaehr 10 Minuten zu Fuss auf die Uni! Es ist ein gutes Gefuehl, wieder mobiler zu sein. Ein grosses Plus ist auch, dass wir jetzt wieder warmes Wasser haben. Der Wintereinbruch Anfang Mai hat das Leben in einem Haus ohne Heizung und warmes Wasser schon ungemuetlich gemacht. Wenn es im Bett wenigstens wirklich warm gewesen waere, haette ich mir in der Frueh ja gedacht, ich bleib einfach liegen, aber so angenehm war’s da auch nicht. Dann weiter ins kalte Bad. Brrrrrrrr. Haett nicht gedacht, dass ich meine Thermo-Unterwaesche im Mai noch mal brauchen wuerde. Aber das Frieren hat ja jetzt ein Ende. Draussen ist es auch endlich wieder Fruehling geworden und die Baeume bekommen langsam ihre Blaetter.

In letzter Zeit bin ich wieder einmal in meinem Entschluss, in Zukunft nie mehr an einer Schule oder einer Uni zu unterrichten, bestaetigt worden. Notengebung ist einfach nichts fuer mich. Selbst wenn ich mich im Unterricht ueber so manchen Studenten geaergert habe, sind die enttaeuschten Gesichter, wenn sie ihre Note erfahren, schwer zu ertragen.
[...]
Auch heute musste ich in der Frueh aufgrund chaotischer Umstaende 1 1/2 Stunden warten, bis alle StudentInnen da waren, um mit dem Test in Landeskunde beginnen zu koennen. Da ich dieses Fach ganz alleine unterrichte, bin ich hier bei der Notengebung voellig auf mich allein gestellt. Als ich das erfahren habe, war ich nicht sehr begeistert, aber irgendwie hatte ich das eine Weile sehr gut verdraengt, und nur versucht, interessanten Unterricht zu machen, ohne staendig alle Leistungen der StudentInnen zu bewerten. Damit ich irgendwie auf faire Weise zu meinen Noten komme (ein paar Namen verwechsle ich in dieser Klasse immer noch), musste also ein Test angesetzt werden. Leider muss ich hier wieder einmal aus meinen Fehlern lernen. Ich habe den StudentInnen vor zwei Wochen eine Liste von moeglichen Pruefungsfragen gegeben, damit sie sich gut auf die Pruefung vorbereiten koennen und ich allen guten Gewissens gute Noten geben kann. Fragen gab es dazu in der Stunde vor der Pruefung natuerlich keine. Es war allerdings ein Fehler anzunehmen, dass alle in der Lage waeren, die Antworten, die sich nur auf das bezogen, was wir im Unterricht durchgenommen haben, mit Hilfe ihrer Mitschrift oder ihrer MitstudentInnen zu erarbeiten und zu lernen. Heute sitzen doch tatsaechlich zwei da, die fast gar nichts schreiben koennen und nur muehsam ein paar Fragen durch Abschreiben beantworten koennen. Wenn ich nach meinem ausgedachten Schema vorgehen wuerde, wuerde der Grossteil trotz Zusatzfrage mit Bonuspunkten und trotz meines Wegschauens bei offensichtlicher Gruppenarbeit durchfallen. Ein Alptraum. Bald find ich’s ja nur mehr lustig. Auf jeden Fall muss ich mir da noch etwas einfallen lassen (Sonst muss meine Nachfolgerin womoeglich dann im Herbst gleich zum Einstieg die Nachpruefungen meiner StudentInnen abhalten ;-)). Irgendetwas laeuft hier falsch. Uiuiui, die armen StudentInnen, die das Pech haben, von einer unerfahrenen Praktikantin benotet und mit zu hohen Anforderungen konfrontiert zu werden. Wenn dann bald die Noten endgueltig feststehen, brauch ich wenigstens nicht mehr von Pruefungen zu traeumen, die ich irgendwo vergessen habe, und kann wieder ruhig einschlafen.

Na ja, gut geschlafen hab ich gestern eigentlich auch, nachdem den ganzen Tag gefeiert wurde. Die StudentInnen des vierten Jahrgangs hatten ihr Abschlussfest (das so genannte Glockenfest – angeblich stammt das von den Russen?). Das war wirklich ein Erlebnis. So viele Studentinnen in schoenen, extra fuer den Anlass geschneiderten Kleidern (die Fotos zeig ich euch dann, wenn ich wieder zurueck bin), Blumen, Champagner. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Alle LehrerInnen wurden feierlich zum Essen eingeladen und am Abend ging’s noch in die Disko. MongolInnen wissen eben, wie man feiert. Das merk ich immer wieder.
Mein Fazit: Besser zum Feiern als zum Arbeiten in die Mongolei kommen.

Montag, 5. Mai 2008

Vom 2. Mai

Als ich heute in der Frueh beim Fenster hinausgeschaut habe, war alles weiss. So viel Schnee auf einmal hab ich hier noch gar nicht gesehen. Auch wenn es sehr gut fuer den trockenen Boden ist, freut mich dieser Anblick im Mai nicht mehr wirklich; vor allem weil wir seit gestern keine Heizung und auch kein warmes Wasser mehr haben. Na ja, die kalte Dusche heute war sicher gut fuer meinen Kreislauf. Es gibt auch einen kleinen Warmwasserbehaelter, der zum Haare Waschen ausreicht. Fuer eine warme Dusche werden wir wahrscheinlich ab jetzt zu Verwandten fahren.

Wie versprochen, kommen jetzt ein paar Fotos:


So sieht Ulaanbaatar aus, wenn ein Sandsturm droht. Zuerst wollte mir das noch jemand als Gewitter verkaufen, aber ich hab mir gleich gedacht, dass es wohl Sand sein muss, wenn der Himmel so schmutzig aussieht. Ein paar Minuten spaeter hat uns der Sturm auch schon am Aussichtspunkt erreicht. Wer konnten uns gerade noch rechtzeitig ins Taxi fluechten. So kann das ja ganz lustig sein, aber wenn man einen Termin hat, bei dem man halbwegs ordentlich aussehen sollte, ist es nicht so angenehm, wenn man sich auf dem Weg dorthin durch den Sand kaempfen muss.


Mit Sand im Haar lassen sich interessante Frisuren formen. Da hatten wir uebrigens noch eine Heizung und da es zusaetzlich ein warmer Tag war, war ich sommerlich gekleidet. Die Raeume waren zeitweise ueberheizt und ich habe trotz Minusgraden bei offenem Fenster geschlafen, bis ich herausgefunden hab, dass man die Oefen auch einzeln abschalten kann.


Das Choijin Lama Kloster, das jetzt nur mehr ein Museum ist, dafuer ein sehr eindrucksvolles.



Zum Schluss noch meine russische Geburtstagstorte, die mir meine Gastfamilie geschenkt hat. Die hat um einiges besser geschmeckt als die picksuessen mit Mengen an Zuckerguss ueberzogenen mongolischen Torten, die ich bisher gekostet habe. An Geschenken hat es mir auch nicht gefehlt. Mit meinen KollegInnen von der Uni war ich dann spaeter noch feiern. War ein sehr netter Abend.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Haette nicht gedacht, dass ich das hier mal sagen werde, aber die letzte Zeit war ein bisschen stressig. Gegen Semesterende finden alle Veranstaltungen gleichzeitig statt: Bildungsmesse, Schulung, Pruefungen, Tag der offenen Tuer, Rezitationswettbewerb etc. Deshalb hab ich's auch nicht ins Internet"Cafe" geschafft, um etwas zu schreiben. Die Zeit des Winterschlafs ist also endgueltig vorbei.
Das naechste Mal werde ich auch ein paar Fotos nachliefern. Hab nur meinen USB-Stick verborgt und jetzt ist er, glaub ich, mit noch mehr Viren versehen.

Als ich nach meinem letzten Blog die Strasse ueberqueren musste, hat sich uebrigens eine Frau bei mir eingehaengt. So verkehrssicher bin ich inzwischen also.

Muss auch schon wieder gehen, weil ich mich mit einer Mongolin treffe. Wenn ich wollte, koennte ich hier wahrschienlich Tag und Nacht Deutsch unterrichten. MuttersprachlerInnen sind halt sehr gefragt.

Donnerstag, 17. April 2008

Sandsturm

Das fruehsommerliche schoene Wetter wurde heute von Sandstuerrmen abgeloest. Da nuetzen die warmen Temperaturen nichts, im Freien ist es trotzdem gerade nicht sehr gemuetlich. Ich habe schon das Gefuehl, eine Sandkruste in meinem Gesicht zu haben (nein, ist etwas uebertrieben).

Im Bus war es heute in der Frueh auch alles andere als gemuetlich. Ich war so eingepfercht, dass ich gar nicht mehr tief atmen konnte. Ich frag mich, wie es die Mongolinnen schaffen, bei diesem Wetter und nach einer schweisstreibenden Busfahrt immer noch so schoen und gepflegt auszusehen. Vielleicht hat es mit der langen Vorbereitungszeit vor dem Spiegel zu tun.

An den vielen Verkehr hab ich mich mittlerweile auch etwas gewoehnt. So hilflos wie am Anfang bin ich zum Beispiel beim Ueberqueren einer Strasse ohne Ampel nicht mehr. Da hat sich ja auch einmal eine Mongolin meiner erbarmt und mich beim Arm genommen. Das lustige ist ja, dass man manchmal nicht einmal bei Kreuzungen mit einer Fussgaengerampel eine Chance hat, auf die andere Seite zu kommen, bevor es wieder rot wird. Irgendwas funktioniert da nicht ganz. Heute hab ich es dafuer ohne Probleme geschafft, ueber eine Kreuzung zu kommen, bei der die Ampel gerade ausgefallen war und die Autos von allen Seiten auf einmal in die Kreuzung einfahren wollten. In solchen Faellen dauert es aber meistens nicht lange, bis ein Verkehrspolizist zu Hilfe kommt und versucht, das ganze wieder zu regeln.

Montag, 14. April 2008

Fruehling!!!

Heute ist es so warm, dass viele schon ohne Jacke unterwegs sind. Und bei so viel Sonnenschein kann gar keine schlechte Laune aufkommen. Das Leben ist so viel schoener, wenn es keine Minusgrade hat. Aber wahrscheinlich verschrei ich es jetzt wieder. Nach meinem letzten Blogeintrag, in dem ich mich ueber das warme Wetter gefreut habe, hat es am naechsten Tag gleich geschneit.

Gestern war ich in der Oper und hab mir die Zauberfloete angeschaut. Das war mal eine andere Opernerfahrung. Ist ja schon ungewohnt, wenn alle Rollen von MongolInnen gespielt werden. Pamina, eine mongolische Prinzessin. Lustigerweise haben aber die meisten auf Deutsch gesungen. Nur der gesprochene Text war ganz auf Mongolisch.
Mich hat es ja gewundert, dass die Oper puenktlich angefangen hat. Dafuer waren nach der Ouverture noch immer nicht alle auf ihren Plaetzen. Die Programmverkaeuferin musste noch mit einem Kameramann verhandeln, dass er sich und seine Kamera nicht in der fussfreien Reihe vor dem Publikum platziert. Ueberhaupt herrschte waehrend der ganzen Vorstellung ziemliche Unruhe im Publikum. Es war ein Kommen und Gehen, es wurde getratscht und staendig fotografiert, Handys laeuteten, ein Baby brabbelte vor sich hin und blendete mich mit dem Handy der Mutter. Schon lustig, dass es in Wien schon manchmal nervt, wenn die alten Damen waehrend der Vorstellung zu laut mit ihren Zuckerln rascheln.
Die Musik hoerte sich fuer meine Ohren auch ein bisschen anders an, aber vielleicht hab ich sie ja auch falsch in Erinnerung. Die Koenigin der Nacht, auf deren Arie ich mich schon gefreut hatte, war etwas ueberfordert mit ihrer Rolle. An einem gewissen Punkt war es nur mehr schrill. Dafuer hat die Pamina schoen gesungen. Und am Schluss sind Papageno und Papagena mit 8 gelben Vogelkindern auf die Buehne gekommen.

Montag, 7. April 2008

Endlich raus aus der Stadt

Der Unterricht von letztem Dienstag ist mir zwar noch laenger im Magen gelegen, auch wenn ich weiss, dass ich es nicht persoenlich nehmen soll. Dafuer wurde ich gestern mit einem Ausflug aufs Land entschaedigt. Ich habe naemlich letzte Woche eine nette mongolische Studentin kennen gelernt, die mit mir in den Terelj Naturpark gefahren ist. So schoen, einmal die Stadt zu verlassen und endlich einmal etwas vom Land zu sehen. Noch ist alles braun, aber Hauptsache mal frische Landluft atmen. In Terelj gibt es interessante Felsformationen, wie zum Beispiel den Schildkroetenfelsen:


Auf meinen schnellen Schnappschuessen kann man leider nicht so viel erkennen von der Landschaft.

Auf diesen Felsen unten sind wir hinauf geklettert bis zu der Hoehle, die man vielleicht erkennen kann. Dort haben die Kommunisten angeblich 1000 Lamas erschossen. Etwas gruselig.

Als wir so herumspaziert sind, ist mir erst aufgefallen, wie sehr mir meine Spaziergaenge in der Natur fehlen. Bin ja kein richtiger Stadtmensch.
Ich werde auf jeden Fall noch einmal nach Terelj fahren, wenn alles gruen geworden ist. Vielleicht auch mit einer meiner Besucherinnen? Am Strassenrand stehen Leute und vermieten ihre Pferde und Kamele. Einen abgerichteten Adler hab ich auch gesehen. Mittlerweile ist es dort allerdings schon ein bisschen touristisch geworden. Viele Tourist Camps, wo man in Jurten uebernachten kann. Wir sind sogar an zwei Golfplaetzen vorbeigefahren.
Trotzdem freu ich mich schon, wenn ich dort mal wandern oder reiten gehen kann. Aber dann ist da ja noch der ganze Rest der Mongolei, der erkundet werden will.

Nach diesem schoenen Wochenende kann ich jedenfalls gestaerkt in die neue Woche gehen und mich morgen wieder meinen faulen StudentInnen widmen.

Mittwoch, 2. April 2008

Vom 1.4. - leider kein Aprilscherz

Heute waer ich am liebsten mitten im Unterricht gegangen. Die StudentInnen waren (mit ein paar Ausnahmen) so desinteressiert und anderswaertig beschaeftigt, dass ich mich echt gefragt habe, was ich da noch soll. Auf die Frage, ob ihnen mein oesterreichischer Hoertext zu schwierig war oder ob es sie einfach nicht interessiert, hat eine wenigstens ehrlich geantwortet, dass es nicht interessant ist. Sie wuerde lieber einen Film ansehen. Ja, damit sie sich nach zehn Worten, die sie nicht versteht, in Ruhe mit ihrem Handy beschaeftigen, sich schminken, mit ihrer Nachbarin tratschen oder sonst irgendwie ablenken kann. Man merkt, ich bin mit meiner Geduld und auch mit meiner Weisheit am Ende. Zumindest was diese Klasse betrifft. Dabei hatte ich nach letzter Woche endlich das Gefuehl, einen Zugang zu ihnen gefunden zu haben. Aber letzten Endes liegt es ja immer an der Lehrerin. Also werde ich nicht aufgeben und von neuem versuchen, ihnen einen interessant(er)en Unterricht zu bieten. Es gibt schliesslich auch ein paar wenige in der Klasse, die wirklich Deutsch lernen wollen und nicht nur dasitzen, um am Ende ein Diplom in Haenden zu halten.

Donnerstag, 27. März 2008

lalala

Bei uns ist gerade Fruehling. Bis jetzt auch ohne groessere Sandstuerme. Nur zweimal habe ich einen Vorgeschmack bekommen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, da mir naemlich der Sand zwischen den Zaehnen knirschte. Es wird Zeit, dass es mal ein bisschen regnet. Auf dem Weg nach Hause wird man von den Autos immer in Staubwolken eingehuellt. Ich glaub, in diesem Fall trifft „Bewegung ist gesund“ nicht ganz so zu.

Mittlerweile habe ich mich auch an den laengeren Weg zur Bushaltestelle, den ich schon mal beschrieben habe, gewoehnt. Gestern in der Frueh bin ich ihn zum ersten Mal alleine gegangen und es war kein Problem. Der Zug, der dort stand, war nicht so lange und konnte leicht umgangen werden und an der besonders engen Stelle, an der kaum zwei Menschen nebeneinander Platz haben, habe ich niemanden getroffen. Meine Mobilitaet ist also wieder etwas groesser geworden, zumindest bei Tageslicht.

Im Bus bekomme ich dann meine taegliche Ration koerperlicher Naehe. So vollgestopft, dass einem die Haare der Vorderfrau in der Nase kitzeln, sind die Verkehrsmittel bei uns ja meistens nicht. Angeblich bremsen die Busfahrer dann auch gerne scharf, damit die Leute nach vorne fallen und hinten wieder mehr Platz fuer die naechsten ist. Diese Theorie haben mir schon mehrere Leute bestaetigt. Auf jeden Fall eine gute Taktik.

Wenn der Bus so voll ist, braucht man sich wenigstens keine Sorgen um den Rucksack zu machen, da sich eh niemand bewegen kann. Ich musste mich naemlich schon mal ueber zwei Mongolen aergern, die an den Aussenfaechern meines Rucksackes hantierten und selbst nach meinen boesen Blicken nicht damit aufhoerten. Nicht, dass sie dort etwas Wertvolles gefunden haetten, aber ich finde das schon frech. Und dann so tun als waere nichts. Hab sie dann auf Deutsch zurechtgewiesen. Na ja, ich kann’s eh verstehen, dass man der Verlockung schlecht widerstehen kann. Ich finde es einfach zu muehsam, den Rucksack jedes Mal nach vorne zu nehmen. Wenn ich nach Hause fahre, ist es meist gemuetlicher im Bus, man bekommt sogar manchmal einen Sitzplatz. So fahre ich eigentlich ganz gern mit dem Bus.

Ich hoffe, alle hatten schoene Feiertage. Ich habe am Ostersonntag mit meinen Gastschwestern Vanillekipferl und Schokokekse gebacken. Passt nicht ganz zur Jahreszeit, aber was macht das schon. Uns hat's geschmeckt und am naechsten Tag waren alle Kekse weg.

Donnerstag, 20. März 2008

Stromausfaelle

Zur Zeit ist es nicht so leicht mit dem Internet. Seit Dienstag gibt es in Teilen der Stadt, u.a. auch auf unserer Uni, nur ein paar Stunden pro Tag Strom, weil es in einem Kraftwerk gebrannt hat. Das erschwert den Betrieb etwas. Da bleibt dann fuer den Unterricht nur die altbewaehrte Tafel. Dort, wo ich wohne, gibt es zum Glueck keine Probleme mit dem Strom.

Am Dienstag war ich dann zum ersten Mal bei Stromausfall in einem Restaurant essen. Das Leben geht also auch ohne Strom weiter. Waehrend sie am Nebentisch ueppige Speisen auftischten, konnte mein vegetarisches Essen aufgrund des Stromausfalls nicht zubereitet werden, aber fuer eine Suppe hat es gereicht. Wir feierten den Maennertag - eigentlich Militaertag, aber wenn es schon einen Frauentag gibt, bei dem die Frauen gefeiert werden, muss es ja auch einen Tag fuer die Maenner geben.
Danach bin ich zum ersten Mal allein mit dem Taxi nach Hause gefahren. Es war schliesslich schon finster und da gibt es keinen anderen Weg. Das mag vielleicht nichts Besonderes sein, aber ich war schon ein bisschen stolz, dass ich der Fahrerin (ich habe zum Glueck eine Frau erwischt) auf Mongolisch "nach rechts", "geradeaus", "nach rechts" etc ansagen konnte. Und das sie mich sogar verstanden hat. Sie hat sich auch gar nicht gewundert, wo wir da hinfahren. Manche Taxifahrer wollen naemlich nicht glauben, dass dort jemand wohnt. Nur zum Schluss hab ich nicht verstanden, wieviel ich bezahlen sollte. Deshalb hab ich ihr wahrscheinlich zu viel Geld gegeben, aber ich war einfach so gluecklich, gut zu Hause angekommen zu sein. Da schenk ich ihr doch gern die paar Cent.

Sonst gibt es im Moment nicht viel zu berichten. Ich wuensch allen schoene Osterfeiertage! Meine nette Familie hat mir ja auch einen Osterhasen geschickt, damit ich nicht traurig bin. Danke nochmals!

Mittwoch, 12. März 2008

Unterricht u.a.

Nachdem es am Montag schon fruehlingshafte Temperaturen hatte – zumindest ist mir bei meinem Spaziergang ziemlich heiss geworden, ist heute gestern Nachmittag wieder der Winter zurueckgekehrt. Es schneit sogar ein bisschen.

Dienstag ist immer mein anstrengendster Tag, was das Unterrichten betrifft. Da hab ich naemlich drei verschiedene Klassen, alles eher Anfaenger. Was ich mit ihnen machen soll: Konversation. So leicht ist das nicht, wenn das nicht in einen Monolog meinerseits ausarten soll, der entweder nicht verstanden wird oder von ein paar Fortgeschritteneren (die Sprachkenntnisse der StudentInnen sind doch sehr unterschiedlich) ins Mongolische gedolmetscht wird. An meiner Professionalitaet muss ich wohl noch ein bisschen arbeiten, denn heute hatte ich eine Stunde, wie man sie sich nur wuenschen kann.
10 Minuten vor Beginn, bemerke ich, dass ich das Material, das ich fuer die eine Haelfte der Stunde vorbereitet hatte, zu Hause vergessen habe (liegt vielleicht auch daran, dass ich am Dienstag immer schon kurz nach halb 8 das Haus verlassen muss). Bleibt noch der authentische oesterreichische Hoertext. Nur leider ist kein Kassettenrekorder mehr frei. Also stehe ich mit leeren Haenden da und muss 1,5 Stunden improvisieren. Da macht es mir auch gar nichts aus, dass von den ueber 20 StudentInnen nur 5 gekommen sind. Zum Glueck habe ich ein paar Bilder von typisch oesterreichischen Gegenstaenden mit und kann ihnen so ein bisschen oesterreichisches Vokabular vermitteln. Leider musste ich feststellen, dass sie sich die „Semmel“ von der letzten Stunde nicht gemerkt hatten. Dann spielten wir Stadt-Land-Fluss (aber ohne Fluss). Es dauerte ein bisschen, bis die Regeln klar waren, aber als dann die ersten Punkte vergeben wurden, waren die StudentInnen doch ganz eifrig dabei. Somit waren wir fuer die restliche Zeit beschaeftigt, denn mehr als 5 Buchstaben schafften wir in einer Stunde nicht. Lustig war es auf jeden Fall. Ich hoffe, dass auch ein paar Dinge haengen geblieben sind. Und wenn es nur das ist, dass Madrid kein Land ist, dass German Lehrer fuer den Buchstaben G nicht zaehlt und dass Pizza beim Buchstaben F nichts zu suchen hat.
Jedenfalls bin ich immer froh, wenn ich den Dienstag auf der Uni ueberstanden habe und nach Hause gehen kann.

So langsam habe ich das Gefuehl, dass ich mich hier eingewoehnt habe. So fremd komm ich mir nicht mehr vor. Seitdem es waermer geworden ist, sieht man ja auch andere AuslaenderInnen auf der Strasse. Nur sprachlos bin ich noch immer, aber auch daran kann man sich gewoehnen.

Wenn man halbwegs gesund ist, faellt auch alles leichter. Ich kann mich zum Beispiel wieder mit normaler Geschwindigkeit bewegen. Obwohl so eine verstopfte Nase auch seine Vorteile haben kann. Waehrend die anderen unter dem Geruch des Taxifahrers litten, konnte ich ganz entspannt die Fahrt geniessen. Und Fleisch habe ich auch noch nie so leicht gegessen. Jetzt schmecke ich es leider wieder. Daran werde und will ich mich einfach nicht gewoehnen.